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Rundgang durch das Heimatmuseum
 
Raum 1: Tiere unserer Heimat 

Verlassen wir den Eingangs- und Kassenbereich empfängt uns die Atmosphäre des märkischen Waldes.

Gezeigt wird eine Sammlung von Präparaten aus unserer heimischen Tierwelt, zum Teil in ihrer natürlichen Umgebung, begleitet vom Zwitschern der Vögel.
Die meisten Tiere sind als Totfunde aus unserer Region ins Heimatmuseum gelangt und konnten nach und nach präpariert werden.

In kleinen Inszenierungen sollen speziell die Kinder angesprochen werden. Vögel können bei ihrem Brutgeschäft und der Revierabgrenzung betrachtet werden; eine Fledermaus ist beim Abflug aus ihrer Behausung zu sehen; der Buntspecht baut seine Baumhöhle und ein Eichhörnchen holt sich die Samen aus einem Kiefernzapfen. Weiterhin sind kleine Tiere wie Schlangen, Frösche, Eidechsen usw. zu entdecken.
Neben einem geharzten Kiefernstamm bauen Waldameisen ihre Burg.

Eine Vielzahl von Tieren kann in einer Vitrine betrachtet werden; Erläuterungstafeln zu den Tieren geben Auskunft über Vorkommen, Nahrung und Nestbau.


Raum 2: Geologie

Geschiebe aus Skandinavien, Erze und Quarze sind im Kellergeschoss zu besichtigen.

Ein geologischer Schnitt von Mittenwalde bis nach Friedersdorf gibt Auskunft wie es unter unseren Füßen ausschaut. An Hand von Bohrungen konnten die verschiedenen Schichten im Profil aufgezeigt werden.

Weiterhin bekommt man einen Einblick in die Welt von Fauna und Flora im Muschelkalk des Rüdersdorfer Tagebaus. Grafiken geben Auskunft über die Verhüttung von Kalk heute und früher.

Zur Ergänzung der Ausstellung können Kurzfilme zum Thema Geologie angeschaut werden.


Raum 3: Ur- und Frühgeschichte des Dahmelandes

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Tierwelt der letzten Eiszeit und zeigt das Leben der Menschen von der Steinzeit bis zum ausgehenden Mittelalter.
Das nur schwachprofilierte Gelände unserer Gegend mit wechselnden Sanden und Kiesen, Geschiebelehm und -mergel sowie zahlreichen Talniederungen und Seen boten unseren Vorfahren überaus günstige Siedlungsbedingungen. Das geübte Auge des Archäologen kann überall die Siedlungsspuren in Form von Tonscherben, Werkzeugen, Holzkohle, Lehm- und Schmelzstücken entdecken.

Zahlreiche Fundplätze aus der Zeit der Jäger und Sammler, der ältesten Ackerbauern, der Bronzehandwerker sowie der Germanen und Slawen sind bisher entdeckt worden. Eine Auswahl der Siedlungsspuren aus jenen Zeiten werden in kleinen Inszenierungen dargestellt. Kurze Begleittexte und grafische Darstellungen erhöhen den Aussagewert. Es können Kurzfilme zur Erläuterung dieser Ausstellung angesehen werden.


Raum 4: Backstube um 1920

Betreten wir die Backstube, fällt der Blick auf den alten Backofen:

Rechts und links stehen Back- und Mehltröge. Auf den Brotbrettern liegt die fertige Backware, wie Brote und Brötchen ( als Anschauung aus Salzteig gebacken). Brot- und Brötchenschieber, ein Sortiment von Kuchenformen und viele technische Hilfsmittel wie Apfelschäler, Kirschenentsteiner oder Marmeladenspritzmaschine stehen bereit.

Im Schrank sind die verschiedensten Backgewürze, eine Tafelwaage zum Abwiegen der Zutaten und Kleingeräte wie Teigrolle, Rührkeule, Kuchenrädchen aufbewahrt.

Die hölzerne Sackkarre zum Transport der Mehlsäcke und eine Zentrifuge für die Milchverarbeitung sind vorhanden.


Raum 5: Historisches Handwerk

Die Geschichte des Handwerks reicht bis in die Urgeschichte zurück. Doch soweit wollen wir in diesem Ausstellungsraum nicht zurückgehen, zumal dazu schon im Raum 3 (Urgeschichte)  die Möglichkeit bestand.

Hier nun sollen die Handwerksberufe unserer Großeltern gezeigt und erlebbar gemacht werden.

Als Produzenten der meisten Güter haben die Handwerker die Wirtschaft und das öffentliche Leben ihrer Zeit wesentlich mitgeprägt. Handwerksgeschichte ist auch ein Stück Kulturgeschichte; daher soll ein Einblick in die Arbeit der damaligen Handwerker gegeben und eine Vorstellung der handwerklichen Tätigkeiten vermittelt werden.

Seit der Aufbauphase des Heimatmuseum (1995) kamen immer wieder auch Gerätschaften des Handwerks ins Museum, die meist verbunden mit einer kleinen Geschichte übergeben wurden. Diese sollten dann nicht im Depot verschwinden oder ohne Zusammenhang gezeigt werden. Nach 10jähriger Sammeltätigkeit sind wir jetzt in der Lage zwölf verschiedene Handwerksberufe mit Arbeitsplatz und -geräten vorzustellen.


Raum 6: Wohnzimmer um 1920

Das Kellergeschoss haben wir nun verlassen und setzen unseren Rundgang durch das Heimatmuseum im Erdgeschoss fort. Die nächsten vier Räume geben uns einen Einblick in die Wohn- und Lebensbedingungen um 1920.

Das Wohnzimmer ist so eingerichtet, dass es variabel genutzt werden kann, z.B. zum Essen, Arbeiten und Ausruhen.
Der Esstisch mit vier Stühlen bildet den Mittelpunkt des Raumes.

Neben dem gemütlichen Sofa befindet sich die Raucherecke. Das alte Grammophon mit einer Auswahl von Schellackplatten, der gußeiserne Ofen und die Tabakspfeife vermitteln den Eindruck eines behaglichen Feierabends.
An der Fensterfront ist vorstellbar, wie der Vater am Schreibtisch saß, seine Korrespondenz erledigte und dazu die „Eintast“ - Schreibmaschine benutzte.

Die Mutter arbeitete an der Nähmaschine und trug so zur Entlastung der Haushaltskasse bei.


Raum 7: Schlaf- und Kinderzimmer um 1920

Beim Betreten des Schlafzimmers fällt unser Blick auf den Kleiderschrank mit dem großen Reisekoffer darauf. In der linken Hälfte des Raumes steht das „Jungmädchen“-Bett mit der Wärmflasche, die Waschtoilette und der Ankleidespiegel.

Ein emaillierter Ofen sorgt an kalten Tagen für angenehme Wärme. In der anderen Zimmerhälfte stehen das Kinderbett mit einer Matratze aus Stroh, der Kinderwagen und der Kinderstuhl.

Eine Vielzahl von Spielzeug, wie Bauklötzen, Puppen, Plüschtiere, ein Puppenhaus, eine alte Feuerwehr und ein Traktor sind zu sehen.

Auf dem Fensterbrett steht eine „Laterna magica“ womit Lichtbilder an die Wand projiziert werden konnten; viele farbige Glasplatten mit aufgedruckten Märchen liegen dafür bereit.


Raum 8: Küche um 1920

Beim Betreten der Küche fällt der Blick nicht nur auf den blauweiß gefliesten Fußboden, sondern auch auf die alte gekachelte Kochmaschine.

Beheizt wurde sie mit Holz und Kohle und diente nicht nur zum Kochen sondern auch als Wärmequelle des Raumes.

Austauschbare Gußringe konnten je nach Größe des Topfes oder Kessels eingesetzt werden. Die Töpfe sind mit einem Eisenring versehen, um sicher im offenen Feuerloch zu stehen. Zum Backen und Braten ist eine Eisenröhre eingebaut worden.

Gleich neben dem Ausgussbecken steht ein Weinballon in dem angesetztes Obst zur Vergährung gebracht und somit Wein hergestellt wurde.
Im Küchenschrank und -bort sind Gebrauchsartikel des täglichen Bedarfs untergebracht. Eine Zentrifuge und ein Butterfass zur Butterherstellung durfte in jener Zeit in keiner Küche fehlen.

Der Küchentisch ist ausziehbar und konnte so auch als Abwaschtisch genutzt werden. Ein Eisschrank rundet die gute Ausstattung der Küche ab.

Im Durchgang zur Waschküche steht eine Personenwaage mit der das Gewicht im angebrachten Spiegel direkt abgelesen werden kann.


Raum 9: Waschküche um 1920

Wir schreiten unter der Wäscheleine, mit den aufgehängten Kleidungsstücken und dem Bettzeug aus „Omas“ Zeiten hindurch und kommen in den Raum mit der hier eingerichteten Waschküche.

Hier wird gezeigt welche Mühe es kostete bis die Wäsche schrankfertig war.

Anfänglich wurde die Wäsche in der Wanne auf dem Waschbrett geschrubbt.

Um 1900 kam eine große Erleichterung für die Hausfrau – die Holzbottichmaschine. Von außen wurde ein Schwungpendel hin und her bewegt, per Kraftübertragung wurde dadurch im Bottich die Wäsche bewegt und von der Seifenlauge durchgespült.

Die so gereinigten Wäschestücke wurden anschließend durch die angebrachte Wringe gedreht, so dass das Seifenwasser in den Bottich zurückfließen konnte. Nach 1920 bekam die Holzbottichmaschine einen Elektromotor. Jetzt wusch sie nicht nur wie von selbst, auch eine eingebaute Heizung brachte das Waschwasser in der Maschine auf die gewünschte Temperatur. Abgelöst wird dieser Typ ein paar Jahre später durch eine Maschine ganz aus Metall.

Die getrocknete Wäsche wurde zum Glätten durch die Mangel gerollt, das heißt, die einzelnen Wäschestücke wurden in ein Rolltuch gelegt und mit diesem durch zwei Holzrollen der Mangel gedreht. Kleine Wäschestücke kamen auf den Bügeltisch, wo Bügeleisen aus verschiedenen Zeitepochen bereitstanden.

Am Fenster steht ein Spannrahmen für Baumwollgardinen. Diese wurden nass an die im Holzrahmen angebrachten Eisenstifte gehängt und so hatten sie nach dem Trocknen die gewünschte Form.


Raum 10: Stadtgeschichte

Der Rundgang führt uns jetzt in den Raum in dem die Geschichte unseres Ortes von der Gründung bis zur Gegenwart chronologisch dargestellt wird.

Aus historischen Schriften erfährt der Besucher wie sich aus dem einst ödem „Castrum wusterhuse“ die heutige Stadt Königs Wusterhausen entwickelte.
Über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, die Zeit des Soldatenkönigs ( Friedrich Wilhelm I ), über die beiden Weltkriege und die DDR-Geschichte läuft die Zeitspanne.

Um die zeitliche Abfolge zu verdeutlichen, wurden alle Vitrinen mit Nummern versehen, denen der Besucher folgen kann.

Desweiteren ist am Eingang des Raumes ein Standortplan mit Rundgangempfehlungen angebracht worden.
 

Raum 11: Die Dorfschule um 1910

In der damaligen Zeit gab es in den meisten Dörfern nur ein- oder zweiklassige Schulen. So wurden z.B. 1908 in einer einklassigen Dorfschule von einem Lehrer 144 Kinder in 2 Schichten in dem einzigen vorhandenen Klassenraum unterrichtet.
Teilweise mussten die schriftlichen Arbeiten auf den Fensterbrettern oder am Lehrerpult erledigt werden.

In den zweiklassigen Schulen wurden jeweils die 1. bis 4. Klasse und die 5. bis 8. Klasse gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet.

Da die Lehrstelle gleichzeitig eine Organisten- und Künsterstelle war, musste der neu einzustellende Lehrer, wie es aus einem Schreiben der Könglichen Hofkammer hervorgeht, vorher noch die Kirchenprobe ablegen.
Neben dem Lesen-, Schreiben- und Rechenlernen, sowie der Vermittlung einiger naturkundlicher und geografischer Kenntnisse wurde vor allem Wert auf die Fächer „Religion“ sowie „Preußische und Kaisergeschichte“ gelegt.

Im Religionsunterricht für die oberen Klassen wurden „Biblische Geschichte“, „Bibellesen“, „Katechismus“ und „Kirchenlied“ behandelt. Im Unterrichtsfach Gesang wurde jeweils 1 Stunde in Choral und Volkslied unterrichtet.

Turnen gab es nur für die Knaben. Vorgeschrieben waren: Freiübungen, Ordnungsübungen, Lauf- und Hüpfübungen sowie volkstümliche Spiele. An manchen Schulen war auf dem Schulhof ein Reck aufgestellt.
In den 2 Stunden Handarbeit für die Mädchen wurden Stricken, Nähen, Häkeln, Stopfen und Flicken gelehrt.

Arbeitsmaterialien der Schüler waren für die ersten Schuljahre die Schiefertafel, der Griffel, ein Lesebuch und ein Rechenbuch. Die ältesten Jahrgänge benutzten Hefte, Federhalter und 2-3 Bücher.

Als Anschauungsmaterialien dienten die Rechenmaschine, einige geometrische Körper, Lehrbilder, die Landkarten vom Kreis Teltow, der Mark Brandenburg und dem deutschen Kaiserreich. Manchmal waren auch ausgestopfte Tiere oder Schaukästen mit Schmetterlingen vorhanden.

Natürlich regierte damals in der Schule noch der Rohrstock. Bei der Bestrafung erhielten die Mädchen die Stockschläge auf die Hand, die Jungen auf das Gesäß. In einem vorliegenden Schulstrafenregister für die Jahre 1903-1909, sind alle Strafen vom Lehrer sorgfältig mit Datum, Uhrzeit und Grund für die Bestrafung eingetragen worden. So gab es für Faulheit, Schwatzen und Unsauberkeit, aber auch für Vergehen außerhalb der Unterrichtszeit, meist 3-5, manchmal auch 10 Stockschläge.

Jeder Unterrichtstag begann mit dem Gesang eines Kirchenliedes, dem gemeinsamen Gebet und einem Bibelspruch.


Raum 12: Sonderaustellungen

Hier in diesem Raum werden immer wieder neue Sonderaustellungen zu den unterschiedlichsten Themen präsentiert.

Hier finden Sie eine Übersicht der bisherigen Austellungen.


Raum 13: Bildergalerie

Im Obergeschoss werden Wechselaustellungen von Künstlern unserer Region gezeigt.

Die 1. Vernissage wurde am 11.08.2007 eröffnet. Diese Ausstellung war fünf Malern gewidmet, die bereits verstorben sind. Die Kunstwerke waren bis zum 08.01.2008 zu sehen.

Weitere Ausstellungen: 

2. Lieselotte Sommerfeld – Malerin aus Tornow
    15.01. – 05.04.2008

3. Ölmalerei – Rudolf Fischer
    15.04. – 08.07.2008

4. Aquarellmalerei – Brigitte Conrad
    15.07. – 16.09.2008

5. Malerei – Gerhard Mauermann
    23.09. – 01.12.2008

 


Freifläche: Historische Landtechnik auf dem Museumshof und -garten

Auf dem Hof, durch eine Überdachung geschützt, befindet sich eine Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen, die zum größten Teil aus der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts stammen.

Man sieht historische Landtechnik, die zu jener Zeit die Grundlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen aus der Landwirtschaft bildete.
Die einfache robuste Technik ist noch heute zum größten Teil funktionstüchtig.

Die Ausstellungspalette reicht von Bodenbearbeitungsgeräten über Maschinen und Geräte der Pflanzenpflege bis zu Erntemaschinen verschiedener Feldfrüchte.

Am Anfang der Ausstellung steht ein Traktor vom Typ Famulus Baujahr 1962.

Es schließt sich eine  Dorfschmiede an, mit Arbeitsgeräten und zum Teil fertig geschmiedeten Artikeln.

Etwas Besonderes sind zwei gut erhaltene Dreschmaschinen. Angetrieben durch einen 1-Zylinder-Verdampfer mit 4 PS aus Cunewalde würde die 1936 in Königs Wusterhausen montierte größere Dreschmaschine noch heute zu verwenden sein. Sie hat schon eine Dreschtechnik, die noch heute im Grundaufbau Bestandteil moderner Mähdrescher ist.

Eine handgetriebene Windfege zum Trennen von Korn und Spreu, ein Strohschneider und viele Kleingeräte ergänzen die Abteilung Getreideernte.

In einem weiteren Ausstellungsbereich sieht man einen Elektromotor mit Schleifringtechnik, der über Flachriemen eine Schrotmühle treibt. Eine Drillmaschine, ein Ackerwagen für Pferdezug und ein altes Holzjauchefass sind Bestandteil der Ausstellung.

Im Bereich Bodenbearbeitung sind die über 100 Jahre alten Glattwalzen aus Eichenstämmen eine besondere Attraktion.

Neben weiteren Kleingeräten und Stückgutwaagen mit Dezimaltechnik steht eine funktionstüchtige Kartoffelsortiermaschine / Kartoffelklapper. Sie trennt handgetrieben über Siebe Speise-, Saat- und Futterkartoffeln.

Auf einer Teilfläche im Museumsgarten sind weitere Landmaschinen zu sehen.

Dazu gehören eine Sammlung von Bodenbearbeitungsgeräten z. B. eine Reihe von Pferdepflügen, Netz- und Gliedereggen, um den Boden zu bearbeiten und Maschinen der Heu- und Kartoffelernte.

Eine Tafel mit historischen Kleingeräten aus dem Arbeitsalltag der Bauern schließt den Rundgang ab.

 


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